News - 10.09.2020 2017 legte United Against Waste e. V. (UAW) die erste Zwischenbilanz zu Lebensmittelabfällen (LMA) in der Außer-Haus-Verpflegung (AHV) vor. Seinerzeit ermittelte der Verein einen Status quo, der erste Ansatzpunkte zur Reduzierung lieferte. Verlässliche Ergebnisse zu LMA – die gesamte AHV betreffend – waren damals nicht vorhanden. Nun ist UAW dank des Engagements seiner Mitglieder und Partner noch viele Schritte weiter. „Mit unserer Zwischenbilanz 2020 haben wir unsere Daten komplementiert und einen weiteren Beweis dafür geliefert, dass ein Reduktionsziel von 30 % realistisch ist“, freut sich von Borstel, Geschäftsführer UAW, während er die neuen Messergebnisse erläutert.

Über 720 Analysen: Neue Erkenntnisse und Lösungsansätze für die Branche

Seit 2013 führt UAW umfassende Analysen in unterschiedlichen AHV-Betrieben durch (Hotels, Betriebsrestaurants, Schulen, Krankenhäuser, Systemgastronomie). Inzwischen liegen über 720 Analysen vor. Diese Vielzahl an Daten ermöglichen es UAW, aussagekräftige Durchschnittswerte zu generieren, die der Branche eine Orientierung und Vergleichsmöglichkeiten an die Hand geben – und Unternehmen bei der Implementierung praxisnaher Lösungen unterstützen. Denn aus den nun vorliegenden Ergebnissen lassen sich zahlreiche Rückschlüsse ableiten, wie u. a.: Wo genau Abfälle in den Betrieben entstehen, wo man ansetzen muss, um eine Reduzierung von LMA zu erreichen, wie viel Abfall pro Mahlzeit in welchem Messbereich entsteht oder wie mögliche Reduktionsziele aussehen können. Zudem ist auch der erfasste Warenverlust eine neue und wichtige Stellschraube. Durch den vorgegebenen Wareneinsatz errechnen sich die Abfallkosten pro Kilogramm auf ca. vier Euro statt bisher ca. zwei Euro.

Ansporn: deutliche Einsparungen

Das Gros der teilnehmenden Betriebe hat zwei bis vier Messperioden durchlaufen und trotz geringfügiger Investitionen in Reduzierungsmaßnahmen deutliche Einsparungen erzielt. „In 20 Hotels konnten wir durch stetige Grammaturanpassungen und den Einsatz kleinerer Teller rund 82.000 € einsparen – ohne Corona hätten wir das Ergebnis noch steigern können. Hochgerechnet auf unsere 60 Hotels macht das eine Einsparung von rund 250.000 Euro. Das spornt uns an, weiterhin Lebensmittelabfall zu reduzieren, lobt Jürgen Schmieder, Director of Food, H-Hotels, die Teilnahme an dem Food-Waste-Projekt. Auch Andreas Essler, Operations Manager Food bei IKEA ist über den Erfolg der Messungen und Analysen begeistert: „Inzwischen befinden wir uns in der 4. Messphase und haben 34 % Lebensmittelabfall eingespart.“

Umweltkennzahlen für Nachhaltigkeitsberichterstattung: Wasser, Anbaufläche, CO2

Erstmals hat UAW neben den ökonomischen auch die ökologischen Einsparungen berechnet. D. h. pro Kilogramm Lebensmittelabfall werden in der Zwischenbilanz 2020 alle für den Klimaschutz relevanten Kennzahlen ausgewiesen: Wasser, Anbaufläche sowie CO2. „Damit geben wir den Betrieben Umweltkennzahlen an die Hand, die künftig für die Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten von Bedeutung sein werden“, unterstreicht von Borstel.

Im Fokus steht der ganzheitliche Ansatz

Die Abfallanalysen der Zwischenbilanz 2020 – mit dezidiert dargestelltem Warenverlust, Reduktionszielen, Umweltkennzahlen und Abfallkosten – sind eine Grundvoraussetzung für die Entwicklung einer umfassenden Strategie mit Zielen, Maßnahmen und Aktivitäten. Mit der Zwischenbilanz 2017 und 2020 hat der Verein eine gute Grundlage dafür geschaffen. Neben umfangreichen Messergebnissen werden in der 64 Seiten umfassenden Bilanz auch Praxisberichte sowie konkrete Lösungen zur Abfallvermeidung dargestellt. „Die nun vorliegenden Zahlen zeigen, dass es sich lohnt kontinuierlich Lebensmittelabfall zu messen und Maßnahmen dagegen zu ergreifen“, so von Borstel abschließend.

Die Zwischenbilanz 2020 können Sie unter folgendem Link downloaden:
https://www.united-against-waste.de/der-verein/zwischenbilanz

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